Viele Milliarden unsichere Komponenten in Kritischen Infrastrukturen

Um ihre Pflichten aus der KRITIS-Gesetzgebung zu erfüllen, sind die Betreiber auf Automatisierung für das permanente Monitoring aller Komponenten angewiesen. Hierfür sind KI-Agenten auf Patrouille in den Netzwerken unterwegs.

Sie kontrollieren nicht nur die Datenströme auf Eindringlinge oder aggressive Schadsoftware – sie dokumentieren und katalogisieren auch die zum Teil Jahrzehnte alten Systeme, für die es häufig keine Dokumentation oder Softwareupdates mehr gibt.

Viele der in den Infrastrukturen verbauten digitalen Komponenten gelten als Sicherheitsrisiko. Die Fehlerliste ist lang: Häufig sind sie veraltet, von fragwürdigen Herstellern, von Administratoren falsch konfiguriert, ohne Sicherheitsprotokolle integriert.

Für die Betreiber der Infrastrukturen eine ständige Bedrohung. Weil die KRITIS-Regularien dazu verpflichten, die Sicherheit der Strukturen zu jeder Zeit sicherzustellen, wird ein Strategiewechsel dringend erforderlich.

Milliarden Geräte mit Sicherheitsrisiko

Je mehr digital gesteuerte Geräte in den Telefonnetzen, in der Kanalisation, in der Verkehrsteuerung oder in Krankenhäusern verbaut oder genutzt werden, desto mehr steigt die Komplexität und das Risiko eines Angriffs. Denn jedes Device mit Onlinezugriff ist ein potentieller Angriffspunkt.

Der Schutz der Kritischen Infrastruktur ist eine Zukunftsaufgabe.
(Bild: AI generiert)

Die Betreiber sind laut KRITIS-Gesetz zum Schutz der gesamten Infrastruktur verpflichtet und müssen eine Strategie finden, um die unterschiedlichsten Devices zu kennen, zu schützen, zu managen.

Das ist eine riesige Herausforderung, Denn nach Schätzungen von Marktanalysten werden in diesem Jahr mehr als 32 Milliarden IoT-Devices – also digital gesteuerte Geräte mit Verbindung an Datennetze oder an das Internet – im Einsatz sein.

Dazu zählen neben alltäglichen Geräten wie Smartphones, Autos, Smart-Home-Steuerungen auch unternehmenskritische Maschinen, Steuerungsanlagen, Roboter. Lagerhallen oder Produktionsstandorte arbeiten vollständig automatisiert und werden aus dem Homeoffice oder der Unternehmenszentrale von Administratoren über Datennetze gesteuert.

Niemand hat eine Übersicht darüber, welche Komponenten in den vegangenen Jahrzehnten in die Infrastrukturen integiert wurden. AI-Agenten analysieren die Systeme und Netzwerke und sollen eine Übersicht erstellen.
(BILD: AI-generiert)

Doch schon das Smartphone zeigt, wie anfällig und riskant die Arbeit mit digitalen Devices ist.

Bereits nach wenigen Jahren stellen die Hersteller den Support und die Updates ein. Ab diesem Moment kann das Telefon zur Gefahr werden.

Denn ohne Sicherheitsupdates werden Smartphone und auch Tablets der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Einfallstor in die Unternehmensanwendungen – Angreifer öffnen sich auf diesem Weg den Zutritt in ERP-Systeme, Vertriebssysteme, E-Mail-Kommunikation.

Politik diskutiert über sichere Komponenten

Noch kritischer sind all jene Komponenten, die direkt in die Infrastrukturen integriert werden und dort Systeme managen.

Innerhalb der Netzwerke leiten und steuern sie Datenströme oder sind eben auch für die Sicherheit verantwortlich.

So gab es Diskussionen bis hinauf ins Parlament und in das Bundeskanzleramt, ob der Einsatz von Hardware und Software bestimmter asiatischer Hersteller verboten werden soll – aus Furcht, in die Geräte könnten „Backdoors“ eingebaut sein.

(BILD: AI-generiert)

Inzwischen wird von vielen Seiten auch die Nutzung von Diensten und Rechenzentren in den Vereinigten Staaten in Frage gestellt.

Angriffsvektoren im Cyberwar

Denn über diese Hintertüren hören Unternehmen oder Konkurrenten, kriminelle Hacker und Geheimdienste den Telefon- und Datenverkehr mit. Sie schneiden und fälschen Audiodaten oder generieren mit KI Telefongespräche oder Chats.

Für die angreifenden Firmen kann diese Industriespionage ein lohnendes Zusatzgeschäft bedeuten.

Den Geheimdiensten wird es möglich, im richtigen Moment die gesamte Energieversorgung oder auch das Gesundheitssystem einer Region zum Kollabieren zu bringen.

Und genau dies ist innerhalb des viel zitierten Cyberwars einer der entscheidenden Angriffsvektoren.

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