Im Sommer arbeitete das Projektteam an der Implementierung der Business Technology Platform. Das Vorhaben war es, die Plattform zunächst als Standard für die gesamte digitale Kommunikation mit den Vertriebspartnern und Kunden aufzustellen.
Seit vielen Jahren vertraut das Unternehmen bei Bestellung und Rechnungsversand auf unterschiedlichste Kanäle. Als B-to-B-Plattform nutzt das Unternehmen Hybris. Für Distributoren und Reseller stellte das Headquarter in den Niederlanden zusätzlich Punkt-zu-Punkt-Verbindungen über SFTP und FTP bereit.

Diese Datenströme laufen direkt in das ERP-System – Ziel des aktuellen Projektes ist es nun, diese individuellen Verbindungen mit Nutzung der BTP und auf Basis neuer Technologien und Services zu ersetzen.
BTP wird zur Drehscheibe zwischen ERP und Partnern
Anstelle der zahlreichen einzelnen und häufig individuellen Verbindungen wird das Unternehmen jetzt eine für alle Partner einheitliche Schnittstelle programmieren. Im nächsten Schritt ist es Aufgabe des BTP-Teams, diese Software für die Ansprüche der Geschäftspartner zu skalieren. Dazu zählen sowohl Distributoren und Reseller wie auch verschiedenste Logistikunternehmen.
Mittelfristig sollen auch die Lager in Europa über BTP an das ERP-System angebunden werden. Laut Darstellung des Unternehmens betreibt die europäische Niederlassung ein eigenes Lagerhaus. Es gibt allerdings auch Lager von Partnern, die ihre Komponenten direkt beim Hersteller beziehen können. Und die Verbesserung dieses Netzwerkes für die Distribution der Komponenten ist ein wichtiger Teil des Transformationsprojektes.
So arbeitet das Projektteam daran, die Integration zunächst so aufzustellen, dass die Logistikanbieter schneller und einfacher aktiviert und an das System angebunden werden können.
Dazu wird das Release 1 auf einem Common Data Model basieren. Dies beruht auf den Prozessen, mit denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter heute arbeiten – Bestellung, Rechnungsstellung, Product-to-Data.
Eine Möglichkeit, die BTP dem Unternehmen bietet, ist es, dieses Datenmodell auch allen anderen angebundenen Systemen zur Verfügung zu stellen – dazu zählt beispielsweise Salesforce für das Vertriebsteam.
Auch hierfür programmieren die Kolleginnen und Kollegen in der IT-Abteilung an einer Integration. Sobald das CRM-Systems integriert ist, versorgt das ERP-System die CRM-Oberflächen auf den Monitoren des Vertriebs direkt mit aktuellen Informationen. Und in diesem Szenario ist wiederum BTP für den Transfer der Daten und deren Orchestrierung verantwortlich.

Probelauf für weltweite Integration
Und dies ist nur der Probelauf für ein wesentlich größeres und umfangreicheres Integrationsprojekt, das in den nächsten Jahren folgen soll – das Management in Asien hat sich bereits dafür ausgesprochen, dass die gesamte heterogene IT-Landschaft mithilfe der Business Technology Platform konsolidiert werden soll.
Dazu gehört auch die Transformation des ERP-Kerns. Bislang arbeitet das Unternehmen weltweit mit einem ERP-System, das nicht von SAP stammt. Der Plan für die S/4HANA-Transformation ist umgekehrt zu den herkömmlichen Konzepten – zunächst wird das Unternehmen die heterogenen Systeme des Unternehmens über BTP verlinken, ein gemeinsames Datenmodell etablieren, die Partner und Kunden über die Services in den ERP-Kern anbinden, um dann den Kern auszutauschen.
Der Austausch des Legacy-Systems ist aber noch ein ganzes Stück entfernt, berichten die IT-Verantwortlichen. Im Moment ist das Unternehmen in der Konzeptions- und Planungsphase. Doch wenn die Transformation der europäischen Vertriebsorganisation erfolgreich abgeschlossen werden kann, wird dieses Vorgehen auf die weltweite Organisation übertragen.
Sauberer ERP-Kern von Beginn an
Die Verantwortlichen rechnen für die S/4-Transformation mit einer Projektlaufzeit von mehreren Jahren. Doch der Vorteil des derzeitigen Vorgehens ist, dass in dem Moment in dem die IT-Verantwortlichen den ERP-Kern austauschen, die gesamte IT-Landschaft bereits auf SAP-Technologie läuft. Im Projektteam heißt es, dass von Tag eins an, der ERP-Kern sauber sein wird.
Da das Unternehmen derzeit mit nur sehr wenigen SAP-Systemen arbeitet, war für den Proof-of-Concept die Fähigkeit entscheidend, wie einfach die BTP Nicht-SAP-Systeme miteinander verbindet. Für die Business Technology Platform sprach also deren Fähigkeit mithilfe der SAP-Technologie die unterschiedlichsten Legacy-Systeme an einen Legacy-Kern anzubinden – um dann auf dieser Grundlage mit der Erneuerung der gesamten IT-Landschaft zu beginnen.
(Der Text erschien in S@PPORT 11/2023)
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