Das Sicherheitsfundament basiert auf dem „Bekannten Versender“, ein Status für den sich Logistik-Unternehmen in Deutschland beim Luftfahrt-Bundesamt registrieren lassen.
Sie verpflichten sich unter anderem dazu, dass die Luftfracht auf deren Betriebsgelände im Flughafen vor unbefugten Zutritt oder Manipulation geschützt ist.
Hierzu kapseln sie den Bereich der Luftfrachtverpackung. Er muss zu jedem Zeitpunkt vom restlichen Flughafen getrennt sein. Im Bereich des Frachtguts dürfen sich lediglich autorisierte und bekannte Personen aufhalten.

Im Flughafen sind Sicherheitsbereiche abgekapselt.
(Bilder: Günter Wicker / Flughafen Berlin Brandenburg GmbH)
Doch damit nicht genug – alle Zutritte sind zwingend und durchgehend zu dokumentieren. Werden diese Sicherheitsmaßnahmen – auch nur kurzfristig – nicht eingehalten, kann das Bundesamt den Logistik-Anbieter als unsicher einstufen.
Die zertifizierten Unternehmen müssen sich auf unangekündigte Kontrollbesuche einstellen, bei denen die exakte Umsetzung der Vorgaben überprüft werden.
Wie Kriminelle es trotz dieser Vorkehrungen immer wieder in den Sicherheitsbereich schaffen, wird nicht erwähnt. Sie profitierten sicherlich davon, dass bei jährlich rund 61,4 Millionen Tonnen transportierter Luftfracht mit rund 2.300 Flugzeugen die schiere Masse schwer zu kontrollieren ist.

Der Flughafen Leipzig/Halle hat Pläne für die Entwicklung einer Luftfrachtanlage mit bis zu 45.000 Quadratmeter Fläche bekannt gegeben.
(Bild: Mitteldeutsche Flughafen AG)
Tatort Vilnius in Litauen: Am 19. Juli 2024 verschickte eine Person mindestens vier Pakete per Luftfracht. Zwei der Sendungen wurden mit Flugzeugen nach Großbritannien geflogen, die beiden anderen mit Lastwagen durch Polen nach Leipzig transportiert.
Was dann geschah hält bis heute die Sicherheitsstrategen in Atem. Ein Paket kam nie in Leipzig an, explodierte bereits auf der Fahrt durch Polen. Eine weitere Sendung detonierte nach dem Flug in einem Lager im englischen Birmingham. Ein drittes Paket erreichte das Logistikzentrum in Leipzig und fing dort Feuer, glücklicher Weise bevor es in ein Flugzeug verladen wurde.
Mitte September 2025 konnten Sicherheitskräfte den mutmaßliche Versender fest nehmen. Laut Darstellung verschiedener Medien werden darüber hinaus mindestens 15 Personen verdächtigt, einer Organisation anzugehören, die für das Verschicken dieser explosiven Pakete verantwortlich sein könnte.
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