Bis zu dieser angestrebten vollen Kampfstärke einer technologisch überlegenen Armee ist allerdings ein langer Weg zu gehen. Die neue Militärstrategie für die Bundeswehr ist nötig geworden, weil das Bundesverteidigungsministerium deutsche Gesellschaft in ihrer Gesamtheit bedroht sieht.
Grundlage dieser Bedrohung sind Staaten, die „unterhalb der Schwelle des Kriegs“ gegen Deutschland vorgehen. In dem Strategiepapier fordert das Ministerium die Menschen dazu auf, sich auf eine „Entgrenzung des Krieges“ einzustellen.
Die bedeutet offensichtlich, dass die klassischen Trennlinien verschwinden. Moderne Konflikte zielen zunehmend auf Staat, Wirtschaft und die gesamte Bevölkerung ab. Diese Entwicklung umfasst Cyberangriffe, Desinformation und hybride Bedrohungen.
Weil Deutschland die Aufgabe hat, sich und seine Verbündeten wirksam schützen zu können, muss sich die Bundeswehr zur stärksten konventionellen Armee in Europa entwickeln – so die Schlussfolgerung.

(Foto: Bundeswehr)
Die dringendste Aufgabe ist es Verteidigungsfähigkeit und die personelle Einsatzbereitschaft schnell und pragmatisch zu steigern. Dazu wird die Entwicklung und Anschaffung neuer Ausrüstungen erforderlich.
Die Industrie bekommt den Auftrag die Produktionen von Material und Ausrüstung von der Carbonfaser bis zu Panzerhaubitzen zu steigern. Die bisher übliche, eher gemächliche Manufakturarbeit bei Rüstungsgütern soll auf Serienproduktion umgestellt werden. Dazu wird die Arbeit der Ingenieure auf die neusten IT-Systeme migriert.
Künstliche Intelligenz plant und organisiert. Mit modernen Werkstoffen wird alte Ausrüstung obsolet. Autonom arbeitende Fertigungen produzieren Helme, Schutzwesten, Stiefel für hunderttausende zukünftige Soldatinnen und Soldaten.
Das Ministerium plant eine zweite Phase bis zum Jahr 2035. Hier sprechen die Verantwortlichen von einem „deutlichen Fähigkeitszuwachs in allen Dimensionen“ für den Krieg auf den Schlachtfeldern der Zukunft: Land, Luft, See, Cyberraum und im Orbit. In Zukunft zielt die NATO darauf ab, die eigenen Kräfte über alle diese fünf Dimensionen hinweg koordiniert zu führen.

Abbildung AI generiert.
Digitale Plattformen und Cloud-Systeme müssen mit Methoden und Technologien verbunden werden, die parallele und vollständige Auswertung ermöglicht. So soll eine durchgehende cloudbasierte IT-Plattform im Verbund mit resilienten Kommunikationssysteme den digitalen Backbone der Bundeswehr bilden.
Hierfür muss die Bundeswehr nicht nur Einsatzkräfte für den Kampf mit Hightech ausbilden, sondern auch umfangreiche Ausrüstung anschaffen. Besonders wichtig sind Satelliten und Weltraumtechnologie, da sie die unendlich vielen Informationen aus allen Regionen und Einsatzgebieten lokalisiert, zuordnet, verteilt.
Ohne Zweifel erfordert die Strategie neue Waffen, neue Methoden, neue Gedanken und Ideen mit Unterstützung von KI-Software.
Sind Verteidigungsfähigkeit, digitale Infrastrukturen und auch Hightech-Ausbildung in der Bundeswehr erfolgreich implementiert startet das Ministerium die Phase 3 ihrer neuen Militärstrategie.
Ziel ist es ab dann, die Bundeswehr durch die konsequente Nutzung innovativer Technologien zur stärksten konventionellen Armee in Europa auszubauen und so ihre europäische Führungsrolle und Bedeutung in der Sicherheitsarchitektur zu festigen.
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