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Kritische Infrastruktur im Orbit

Im Erdorbit arbeitet eine riesige kritische Infrastruktur, auf der nicht nur entscheidende Komponenten der Digitalisierung beruhen. Satelliten liefern die Bilder unserer Lebenswelt. Müll und Krieg bedrohen diese Technologien.

Schon heute hat den Anschein, als würden große Teile des Erdorbits einer gewaltigen und tobenden Müllhalde gleichen. Allein im „erdnahen Weltraum“ haben Wissenschaftler mehr als 900.000 Teile Weltraumschrott aus rund 8.000 Tonnen unterschiedlichster Materialen gezählt und kartographiert.

Hinzu kommen geschätzte hunderte Millionen Teile, die gerade mal einige Millimeter groß sind.

Winzige Lackpartikel und verlorenes Werkzeug, abgeschaltete Satelliten und ausgebrannte Raketentriebwerken, in unserem Orbis rast und tobt eine gigantische Schrottwolke mit mehreren zehntausend Kilometern pro Stunde um die Erde. Die Erde wiederum fliegt mit 107.000 Kilometern in der Stunde um die Sonne.

Der am 29. Mai 2024 gestartete ESA-Satellit EarthCARE hat das erste Bild des Wolkenprofilradars gesendet. Das Bild zeigt die vertikal aufgelöste innere Struktur und Dynamik von Wolken.
Photo: ©ESA

Die Lebensspanne des Mülls erstreckt sich über viele Menschengenerationen hinweg. Denn das einzig mögliche Ende eines Stückchen Weltallmülls ist dessen Sturz in weiten Spiralen in Richtung Erde.

Ein Satellit verglüht in der Atmosphäre, größere Konstruktionen wie ausgemusterte Weltraumstationen fallen ins Meer.

Mittendrin in dieser Wolke – die kritische Infrastruktur aus Weltraumtechnologie, von der Wirtschaft und Gesellschaft abhängig sind.

Bei Kommunikation und Navigation, Erdbeobachtung und Wettervorhersage oder auch für Militär und Katastrophenschutz dienen Satelliten und Raumstationen als essentieller Teil einer entscheidenden Infrastruktur.

Offensichtlich ist die Staatengemeinschaft aufgerufen, den Orbit zu entmüllen. Hierzu wären allerdings internationale Abkommen nötig, die Schutz und Sicherheit der benötigten Infrastruktur garantieren. Doch es scheint ein verblassender Traum zu sein, den Weltraum zukünftig als sicheren und friedlichen Space zu nutzen.

Das von Nichole Ayers aus dem Orbit aufgenommene Bild zeigt massive Stürme und Unwetter über Mexiko und den USA,
(Foto: ©Ayers, NASA)

Obwohl im „Outer Space Treaty“ seit 1966 der Friede im Weltraum festgeschrieben ist hat nach Darstellung von NATO-Generalsekretär Rutte die Militarisierung bereits begonnen. Im April 2025 erklärte er, nach seiner Kenntnis prüfe Russland die Möglichkeit, Atomwaffen im Weltraum zu platzieren.

Die Militärs beobachten den russischen Satelliten Cosmos 2553, seit er im Februar 2022 auf seiner Umlaufbahn um die Erde kreist. Nach derzeitigem Konsens handelt es sich zwar nicht um eine aktive Antisatellitenwaffe. Tatsächlich ist es wohl eher ein Testsatellit, der mit einer Sprengkopfattrappe ausgestattet sein könnte.

Und anscheinend gehen US-Regierung und NATO davon aus, dass Moskau in absehbarer Zeit einen oder mehrere Satelliten mit echten Atomsprengkopf bestücken könnte.

Die Drohung ist, dass eine nukleare Explosion im Orbit einen großen Teil der Satelliten-Infrastruktur zerstört und den Orbit in ein gigantisches rotierendes Trümmerfeld verwandelt.

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