Drohnenkrieg: Mensch gegen Maschine

Einsatzkräfte müssen für den Drohnenkrieg lernen und trainieren. Denn hier findet ein Paradigmenwechsel in der Strategie der Streitkräfte statt. Generäle wollen mit Disruption und Digitalisierung ihre Feinde, deren Gerät und Infrastrukturen mit vergleichsweise winzigen Waffen gezielt vernichten. Soldatinnen und Soldaten wie auch Zivilisten sind darauf nicht vorbereitet.

Als „Hard-Kill“ wird die physische Abwehr der Drohnen bezeichnet. Dazu zählen Hochenergielaser, Abfangdrohnen oder Fangnetze, Schrotflinten oder Revolver. Während zu den strukturelle Maßnahmen der Aufbau von Drohnenabwehrzentren und auch die Zusammenarbeit zwischen Armee und zivilen Behörden zählt.

Entscheidend ist aber das Training der Menschen und deren Fähigkeit sich bei Drohnenangriffen richtig zu verhalten. Denn im Krieg sind sie überall. Drohnen fliegen in Häuser und in Autos, in Gräben oder Festungen, sie schlagen in Flughäfen ein und auch in Lagerhallen.

Military armored vehicle with energy shield deflecting red drones in desert

Einsatzkräfte, Feuerwehr, Ärzte, NGOs sind häufig nicht auf die Konfrontation mit Drohnen vorbereitet. Sicherheitsexperten fordern Training und Aufklärung.
(Bildquelle: AI)

Aus den Kriegen ist bekannt, dass Menschen erstarren, wenn sie mit Drohnen – oder Drohnenschwärmen – konfrontiert sind. Alle Eisatzkräfte in allen Bereichen – Armee, Feuerwehr, Ärzte, Zivilisten, NGOs – müssen sich dieser Gefahr bewusst sein und sich auf Drohnenattacken vorbereiten.

Ohne Zweifel erfordert der Angriff von hunderten Drohnen neue Abwehrwaffen, die mit der Masse der Angreifer mithalten können. Dies beginnt mit einer möglichst frühzeitigen Erkennung und  Identifizierung des Angriffs. Die Analyse der Mobilfunknetze mit Unterstützung von KI-Software liefert Hinweise auf einen solchen Sättigungsangriff. Auch Radarsysteme dienen der Früherkennung.

Die elektronischen Abwehrmaßnahmen beinhalten den Einsatz von Richtstörern, sogenannten Jammern. Sie unterbrechen die Steuerungssignale der Piloten oder die GPS-Verbindungen zu den Satelliten.

Aber die Drohnentechnologien werden im rasenden Tempo immer neu und immer weiter entwickelt – und ermöglichen den Armeen immer neue taktische Varianten.

Large swarm of drones flying over a smoky, burning battlefield with tanks and destroyed buildings

Drohnen-Apokalypse: Inzwischen erfolgen Angriffe erfolgen mit Schwärmen, in denen bis zu 1000 Einheiten beteiligt sind.
(Bildquelle: AI)

Und solange diese Kriegsführung von Armeen unterschätzt wird, weil es nicht deren Vorstellung von Stahl und Zerstörung, Heldentum und Strategien entspricht, wird es kaum wirksame Strategien für die Abwehr dieser Angriffe geben.

So werden mit KI-Steuerung Attacken möglich, die im Sprachgebrauch „massive Sättigungsangriffe“ heißen.

Angriffe erfolgen dann mit Drohnenschwärmen, in denen bis zu 1000 Einheiten beteiligt sind. Parallel zu diesen Massen schicken die Kommandozentralen Marschflugkörper und Raketen, um die gegnerische Flugabwehr durch die schiere Anzahl verschiedenster Ziele zu überlasten.

Und auch die aus dem Krieg in der Ukraine bekannten Kamikaze-Drohnen werden für eine neue Generation aufgerüstet. Inzwischen fliegen sie nicht mehr blind auf programmierte Koordinaten. Ausgerüstet mit Funkmodems, Kameras und Joysticks steuern die Piloten sie wie riesige FPV-Drohnen auch gegen bewegliche Ziele.

Mit den Drohnenschwärmen treffen die Angreifer einen schwachen Punkt in der Verteidigung. Die Luftabwehr ist für die Zerstörung von einzelnen Flugzeugen konstruiert – in denen  sitzt typischer Weise ein über viele Jahre ausgebildeter Pilot. Ein Verlust von Pilot und Flugzeug reißt eine Lücke in die Reihen der Angreifer. Und der Abwehrkampf gegen Flugzeuge findet in einer möglichst großen Entfernung statt.

Die Strategie des Drohnenschwarms ist genau das Gegenteil. Die Gefahren werden verhundertfacht, ohne das die Angreifer eigene Verlust riskieren. Da Drohnen eine große Strecke unerkannt fliegen oder in der Nähe des Ziels gestartet werden, ist deren Bekämpfung aus großer Entfernung meist nicht möglich. Und so stehen häufig angegriffene Einsatzkräfte den Drohnen lediglich mit einer Schrotflinte oder einem Revolver gegenüber

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