Zu viele und häufig zu veraltete Prozesse, Vorschriften, nationale Interessen bremsen die Bemühungen die Streitkräfte innerhalb der EU möglichst schnell modern und digital aufzustellen. Und gleichgültig ob nukleares Waffensystem, Panzer, Flugzeugträger oder Hubschrauber – wenn ein Rekrut ins Manöver zieht, sind seine Waffen häufig bereits älter als er selbst.
Viele Waffen sind älter als die Rekruten
Gerechnet von der ersten Bleistiftskizze über die Diskussion der Ingenieure, die Entwicklungen, Anpassungen und Verbesserungen bis zum fertigen System vergehen oft Jahre oder sogar Jahrzehnte.
Und es ziehen noch einmal Jahrzehnte ins Land, bis die Waffen ihre Pflicht getan haben und verschrottet werden. Ein großer Teil der eingesetzten Systeme vom Stiefel bis zum Flugzeugträger stammt noch aus der Zeit, als in den Konstruktionsbüros Ingenieure mit dicken Brillen, Bleistift, Zirkel und Reißbrett auf Papier die Systeme designt und entwickelt haben.

Nach Darstellung der Europäischen Kommission soll das Militär in allen Bereichen immer auf der Höhe der Zeit sein; technisch, logistisch und möglichst durchgehend digitalisiert.
(Bilder von AI generiert)
Heute wurden die Papierzeichnungen durch IT-Systeme abgelöst, die gesamte Branche ist auf dem Weg in die Digitalisierung und die Industrie liefert hierfür die Werkzeuge, die idealer Weise schnelle Entwicklung, schnellen Einsatz und akkurate Wartung und schnelle Upgrades garantieren sollen.
Für diese Neuaufstellung hat die EU 800 Milliarden Euro eingeplant.
KRITIS und Resilienz
In der Logik dieser Digitalisierung liegt auch, dass die Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie ab diesem Jahr unter die KRITIS-Gesetzgebung fällt. Neben den Pflichten für die Umsetzung der Cybersicherheit in allen IT-Systemen, könnten auf die Hersteller und ihre zulieferkritische Betriebe auch erweiterte Sicherheitsanforderungen zukommen.
Das Management muss prüfen, in wie weit die im Zuge der Software Defined Defence-Konzepte vernetzten Fahrzeuge, Schiffe, Flugzeuge und deren Kommunikation über Mobilfunknetze, Cloud-Infrastrukturen und Plattformen zum Beispiel für Updates over the Air unter die KRITIS-Vorgaben fallen.
Wenn ein Unternehmen dem Versprechen der EU-Kommission folgt und sich für die Neupositionierung in der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie entscheidet, ist dies mit hohen Investitionen verbunden.
Investitionen nicht nur in die Sicherheit der damit jetzt systemrelevanten Organisation, sondern auch in die Cybersicherheit der Produkte und deren Vernetzung innerhalb eines Waffensystems oder mit den Rechenzentren der Bundeswehr oder anderer NATO-Armeen.
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