Danielle Weinblatt/SAP Taulia
Das Unternehmen suchte nach Möglichkeiten der Integration der ESG-Kennzahlen in alle geschäftlichen Tätigkeiten und gleichzeitig in die Lieferketten und Geschäftsprozesse seiner Lieferanten.
Den Verantwortlichen war klar, dass sie mit einer Lösung für Supply-Chain-Finance eine Grundlage schaffen können, auf der die Partnerunternehmen der Nachhaltigkeit Priorität einräumen – beispielsweise indem das Unternehmen den Lieferanten mit sehr guten ESG-Bewertungen Vergünstigungen anbietet.
Erfüllung der ESG-Ziele
Im Mittelpunkt des Engagements stehen eine vollständige CO₂-Neutralität in der gesamten Wertschöpfungskette, im gesamten Produktlebenszyklus sowie die Arbeit mit zu 100 Prozent nachhaltigen Materialien.
„Wir sind uns bewusst, dass wir auf unserem Weg zu mehr Nachhaltigkeit der gesamten Lieferkette mehr Transparenz verleihen mussten“, sagt Julle Pedersen, Treasury Director bei Bridgestone EMIA. „Wir suchten nach Möglichkeiten, den Lieferanten Anreize für die Einführung und Pflege eigener Nachhaltigkeitsprogramme zu geben.“
Gleichzeitig wollte Bridgestone ein Gleichgewicht zwischen Nachhaltigkeit und Kosten finden. „Diese beiden Faktoren wirken häufig gegensätzlich“, so Pedersen. „Eine Lösung für mehr Nachhaltigkeit könnten beispielsweise längere Zahlungsfristen und Rabatte sein.“

Finanzierung und Geldströme
SAP Taulia arbeitete mit Bridgestone, EcoVadis und JP Morgan an der Entwicklung einer Lösung, um die eigene Technologieplattform für eine Lösung zur Lieferkettenfinanzierung einzusetzen.
Daraus ergab sich das „Sustainable Supply Chain Financing Programm“ (SSCF). Dank der technologischen Finanzierungsmöglichkeiten wirkt es auf die gesamte Lieferkette. „Wir können Lieferanten jeglicher Größe schnell und einfach in unsere Plattform integrieren“, sagt Pedersen.
Laut Pedersen startete Bridgestone das Projekt im Jahr 2020, bereits Ende Dezember desselben Jahres konnten die Verantwortlichen in Europa den ersten Lieferanten an Bord holen.
Im Laufe der Jahre 2021 und 2022 führte das Team von Bridgestone die Lösung für sämtliche Lieferketten in Europa und in wichtigen Schwellenländern wie Indien oder Südafrika ein.
Mit der von Taulia betriebenen Plattform können Unternehmen einen mehrschichtigen Ansatz für ESG-Bewertungsdaten verfolgen. Auf diese Weise konnte Bridgestone von den subjektiven Berechnungen zur Beurteilung der Nachhaltigkeit auf eine bewährte, zuverlässige Methode zur Beurteilung von Drittanbietern umsteigen.
Langfristige Nachhaltigkeitsstrategien
„Wir sehendie ESG-Kriterien als Herzstück aller geschäftlichen Tätigkeiten bei Bridgestone. Unsere Initiative für eine nachhaltige Lieferantenfinanzierung belegt, wie die Finanzfunktion im Unternehmen dazu beitragen kann, zu mehr Nachhaltigkeit anzuregen“, sagt Pedersen. „Unsere Lieferanten können aufgrund ihrer ESG-Bewertung niedrigere Finanzierungskosten und bessere Zahlungsbedingungen erzielen.“
Dank der Flexibilität und der Handhabung des SSCF-Programms erhielten Lieferanten anhand ihrer ESG-Bewertungen Zugang zu vorteilhaften Finanzierungsbedingungen.
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